ORT DER KULTUREN UND RELIGIONEN DER WELT eine Ausstellung mit Begleitveranstaltungen in Münster, vom 22. Februar bis 6. April 2010 in der Bürgerhalle im Landeshaus des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in
48147 Münster, Freiherr-vom-Stein-Platz 1
Der ORT… als Zeichen der Hoffnung in einer von Religions- – und Kulturantagonismen zerfurchten Weltgesellschaft und als Verführung zur Toleranz.
Kulturelle Konflikte werden im politischen Alltag zunehmend thematisiert- insbesondere Konflikte um den Übergang von traditionellen zu modernen Gesellschaften, das Verhältnis von Staat und Religion, Bruchlinien zwischen westlichen und nicht-westlichen Weltanschauungen sowie zwischen widerstreitenden Religionen und Heilslehren. Hier spielen eine Rolle Kultur-, Werte- und Identitäts- bezogenen Faktoren. Auch die Globalisierung erzeugt neben neuen Wirtschaftsdynamiken die Pluralisierung von Normen und Werten. Vor diesem Hintergrund sind Lösungsansätze vonnöten, damit sich die These vom Kampf der Kulturen nicht als selbst erfüllende Prophezeiung bewahrheitet.
In den Jahren 2000 – 2002 sind die Idee und der Entwurf des Ortes der Kulturen und Religionen der Welt entstanden. Ursprünglich war er gedacht für Berlin.
Zurzeit sind wir dabei die Idee des Ortes – die wir als einen Versuch gegen den „Clash of civilistion“ auffassen – in Münster der öffentlichen Diskussion zu stellen und das Vorhaben in Münster zu verwirklichen.
Es wurde Münster als die Stadt gewählt, die der Ort des Westfälischen Friedens war, also einer Stadt, die durch einen Religionsfrieden geprägt wurde und dies bis heute kultiviert.
Zentrum des Ortes ist ein runder Platz. Er ist von Kreisen verschiedener symbolischer Aussagen umgeben. Der Mensch sowie Feuer, Erde, Baum, sowie Wasser sind Grundelemente unseres Ökosystems, die in jeder Kultur und Religion vorhanden sind.
Warum wurde die Form des Kreises gewählt? Er ist eine elementare Urform mit gleichberechtigter Universalität eines jeden Teiles, eines jeden Abschnittes. In der Kult - und Kulturgeschichte der Menschheit wird der Form des Kreises, der auch für die Sonne steht, eine archetypische Bedeutung beigemessen.
Der Zentral positionierte Platz bildet die Zone des Menschen. Er ist mit hellem Naturstein gepflastert und fällt leicht zu seiner Mitte ab. Dort, in der Mitte, sind die Steinplatten aufgebrochen und aus dem Inneren entspringt Feuer. Das Ende des Platzes erhebt sich quasi und bildet eine Umrandung von 3,30 m Höhe, die rhythmisch „durchlöchert“ wird mit Öffnungen, die 3.30 m breit sind. Die steinernen Abschnitte haben eine Breite von 1,60 m. In den freien Abschnitten werden sakrale Symbole oder Kultur-Artefakte aufgestellt. Es ist der Kreis der Kulturen und Religionen.
Dieser ist wiederum vom Kreis der Erde umgeben in Form eines geschlossenen Erdwalls. Außer der symbolischen Aussage als „Apotheose der Erde“ begrenzt optisch der Wall den wahrnehmbaren Raum. Gleich hinter dem Erdwall befindet sich der Kreis des Baumes. Er besteht aus einer Reihe dicht gepflanzter Säulenpappeln. Außer seiner symbolischen Aussage als „Apotheose der Natur“ ergänz er den Erdwall in seiner abschirmenden und raumbildenden Funktion.
Die äußerste Zone ist der Kreis des Wassers. Auch hier wird symbolisch eine Hommage an das lebensspendende Element Wasser entrichtet. Dieser Wassergraben bildet zudem den Zaunersatz und verhindert, dass man den ORT an beliebiger Stelle betreten könnte. Der Zugang zum ORT ist nur an einer stelle möglich. Der Kreis des Wassers wird an der Stelle nicht unterbrochen. Es wird auch keine Brücke angelegt. Der Graben kann nur auf aus dem Wasser herausragenden Steinquadern passiert werden. Die erhöhte Aufmerksamkeit bei Betreten der Steine ist beabsichtigt. Die Konzentration des Besuchers ist eine Form der Vorbereitung auf das Erleben des ORTES. Ebenso wird der Erwall nicht unterbrochen. Der Besucher muss sich der Anstrengung unterwerfen den Erwall auf überdimensionierten Stufen hinauf – und hinabzusteigen. Eine weitere Maßnahme um den Geist über den Körper zu beeinflussen.
Die Funktion des ORTES verdichtet sich in diesem Bereich, wo die kulturellen und sakralen Symbole aufgestellt sind. Deshalb ist dieser Kreis mit einer quasi schwebenden Überdachung geschützt und betont. Sie besteht aus einer verglasten filigranen Stahlkonstruktion. Ein schwebender Glas-Kreis einer Aureole gleich.
Der „Ort der Kulturen und Religionen der Welt“ ist ein Versuch unterschiedliche Kulturen und Religionen zusammenzubringen unter der Idee des Bejahens der geistig-humanen Werte, die sich in dem „ORT“ in unterschiedlicher Art und Weise artikulieren können.
Die Umsetzung der Idee des „Ortes“ in erlebbare Realität ist ein Anliegen von nicht zu überschätzendem Wert, weil neue philosophische und ethische Impulse im Sinne der Humanitas zu erarten sind. Und das ist ein wunderbares Ziel.
Es wird eine Ausstellung zu diesem Thema in der Bürgerhalle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe stattfinden.
Die Idee und die Präsentation sollen eine Diskussion hervorrufen. Eine Ausführung des ORTES in Münster wird davon abhängen.
Die Ausstellung wird vom 22. Februar bis 6. April 2010 stattfinden.
Sie wird mit einer Vernissage eröffnet und einer Finissage beendet, zu denen prominente Vordenker aus dem Inn – und Ausland, auch mit Statements, eingeladen worden sind. Ein nahmhafter Cellist aus Genf, Prof. Martin Müller-Weiffenbach hat eiens für die Eröffnungsfeier eine interkulturelle Musik-Komposition verfasst und wird sie bei der Vernissage vorführen.
Die Ausstellung wird durch begleitende Aktivitäten bereichert und ergänzt werden, und zwar durch Vorträge und mehrere Podiumsdiskussionen. Bei einer, organisiert vom Excellence Cluster der Universität Münster, werden am Podium Vertreter von den wichtigsten Religionen und Kulturen anwesend sein, (Moderator Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel).
Eine weitere, die Architekten, Stadtplaner, Stadtsoziologen u.a. versammeln wird, soll über die Lösung und den Standort für Münster diskutieren.
Bei der Finissage wird persische Lyrik vorgetragen und ein interkulturelles Ballettstück vorgeführt.
Anlässlich der Ausstellung sind studentische Wettbewerbe ausgelobt worden:
- städtebaulich-architektonischer über den Standtort des ORTES in Münster sowie über eine architektonische Lösung von Ergänzungsbauten (interkulturelle Biblio- und Medienthek, Konferenzräume, Vorführräume usw.),
- ein Wettbewerb für das Ankündigungs-Plakat der Ereignisse.
Es geht darum breite Kreise, auch von jungen Menschen in das Geschehen einzubeziehen.
Die besten Arbeiten der Wettbewerbe werden in der Ausstellung präsentiert.
In dem Ausstellungsraum wird Prof. Pininski eine themenbezogene Gestaltung formen.
In der Ausstellung werden kurze texte in Form von raumhohen Bannern präsentiert werden. Als Verfasser der Texte konnten u.A. Dr. Afsaneh Gächter (Teheran und Wien), Dr. Berthold Tillmann (Münster), Dr. habil. Reza Hajatpour (Iran und Bamberg), Prof. Dr. Jürgen Fissler (Berlin), Prof. Dr. Friedhelm Kröll (Wien) gewonnen werden.
Der Veranstalter der Ausstellung und begleitender Aktivitäten ist die Akademie für Baukultur.
Prof. Dr. Z.P. Pininski ist der Verfasser des Entwurfes des „Ortes der Kulturen und Religionen der Welt“ und kuratiert die Ausstellung.
Prof. Dr. Z.P. Pininski, Burgstr. 38 in 59387 Ascheberg,
Tel. 02593 51 89, m.T. 0163 27 55 167, e.mail kontakt@arch-pininski.de